"Idiotentest“ für Radfahrer

Idiotentest für Radfaherer

Wer Alkohol trinkt, sollte sich danach nicht ans Steuer eines Autos setzen - das dürfte bei den meisten angekommen sein. Stattdessen aufs Fahrrad umzusatteln, ist allerdings auch riskant. Denn auch hier gibt es Grenzen. Der Alkohol-Fahrrad-Trip kann bereits ab 0,3 Promille teuer werden.

 

Wer in Deutschland mit 1,6 Promille oder mehr Alkohol im Blut auf dem Fahrrad erwischt wird, muss sich für eine Straftat verantworten. Allerdings können sich ein Radler auch schon mit einem deutlich geringeren Pegel eine Strafanzeige einhandeln, wenn er etwa Schlangenlinien fährt, Verkehrsregeln missachtet oder wenn ein Unfall passiert. Dann kann ihm schon ab 0,3 Promille eine empfindliche Strafen drohen.

 

Wird einem Radler strafrechtlich relevanter Alkoholmissbrauch nachgewiesen, hat das gravierende Folgen: Das Fehlverhalten kann mit sieben Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei und einer Geldstrafe von einem Nettomonatsgehalt geahndet werden. Es kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) – im Volksmund auch „Idiotentest“ genannt – angeordnet und je nach Ergebnis der Führerschein für Kraftfahrzeuge einkassiert werden. Außerdem droht ein Radfahrverbot (das war in 2011 bundesweit 3300 Mal der Fall).

 

Kann Fahrradfahrern nach einem Rotlichtverstoß an der Ampel oder anderen Verkehrsdelikten kein alkoholbedingtes Fehlverhalten nachgewiesen werden, müssen sie sich für eine Ordnungswidrigkeit verantworten. Auch das kann teuer werden. War eine Ampel länger als eine Sekunde rot, werden zum Beispiel 100 Euro Bußgeld oder mehr fällig. Mit 40 Euro müssen Rowdys rechnen, die Fußgänger gefährden. Grundsätzlich gilt: Ab 40 Euro Bußgeld gibt es mindestens einen Punkt auf dem Flensburger Konto.

 

Zusätzlich zum Risiko des Führerscheinverlustes kommt natürlich auch noch die erhöhte Verletzungsgefahr für den alkoholisierten Radler auf dem Drahtesel

 

Fazit: Wenn alles gut geht, kann ein berauschter Trip auf dem Drahtesel ohne Konsequenzen bleiben. Falls jedoch jemand zu Schaden kommt, beziehungsweise irgendwelche Auffälligkeiten vorliegen, können ein Radfahrer genauso belangt werden wie ein Autofahrer.

 

Unser Tipp: Wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind und nach einer durchzechten Nacht nicht Ihren Führerschein und Ihre Gesundheit aufs Spiel setzen wollen, dann können Sie Ihr Rad guten Gewissens nach Hause schieben. Das ist nämlich legal. Egal in welchem Zustand. 

 

Nachtrag: Das japanische Unternehmen  KOOWHO bringt jetzt mit dem sogenannten „Alcoho-Lock“ das weltweit erste Fahrrad-Schloss auf den Markt, das bei positivem Alkohol-Test per App einen Warnhinweis an Familie und Freunde sendet.  Diese können dann, so der Erfinder,  den Radfahrer davon  überzeugen, das Rad doch besser zu schieben. Ob´s hilft?

Wohl kaum!  Denn erstens ist die Installation mit umgerechnet rund 250 Euro relativ teuer und zweitens entscheidet letztlich der User selbst, ob er das teure Stück benutzen will oder nicht.

 

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.