Alkohol verstärkt Heuschnupfen

Allohol verstärkt Heuschnupfen


Jeder vierte Bundesbürger leidet an Heuschnupfen. Wenn die Nase trieft und die Augen rot werden, muss es nicht unbedingt am Alkohol liegen. Doch wer an einer Pollenallergie leidet und von Heuschnupfen betroffen ist, sollte auf den Genuss von Alkohol verzichten. Denn Alkohol macht die Sache nur noch schlimmer.

Insgesamt etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland haben nach Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) Heuschnupfen. Ein Entkommen von den Pollen gibt es nicht. Aber mit ein paar einfachen Tricks können Allergiker einiges tun, die Allergiebelastung - jenseits von Medikamenten - zu reduzieren.

 

Hilfen im Alltag

 

Menschen mit Heuschnupfen sollten zum Beispiel anstrengende Betätigungen an frischer Luft wie Joggen oder schwere Gartenarbeit vermeiden. Und sie sollten auch darauf achten, die eigenen vier Wände möglichst pollenfrei zu halten. Ein Schutzgitter vor dem Fenster kann helfen, Regelmäßiges Putzen der Wohnung ist Pflicht. Tägliches Haare waschen kann auch nicht schaden.

 

Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Ein Drittel aller Menschen, die auf Pollen überreagieren, können auch bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr vertragen – zum Beispiel Äpfel oder Zitronen, Nüsse oder Schokolade.

 

Während generell frisch zubereitete Kost zur Reduzierung der Pollenallergie und bei Heuschnupfen empfohlen wird, bietet allen hartnäckigen Gerüchten zum Trotz weder Rauchen noch Trinken einen Schutz vor der Allergie.

 

Im Gegenteil: Während die ständige Reizung der Atemwege durch Teer und Nikotin den Allergenen den Angriff auf die Schleimhäute erleichtert, verbessert Alkohol die Aufnahme von Allergie-Auslösern in der Nahrung und kann so die allergische Beschwerden verstärken.

 

Bier, Wein und Schnaps enthalten zum Beispiel den Signalwirkstoff Histamin, der die typische Symptome wie laufende Nase, rote Augen, ständiges Niesen und Husten nicht nur verstärkt, sondern sogar auslösen kann.

 

Vorsicht bei echter Allergie

 

Starke allergische Beschwerden sind oft der Anfang einer gefährlichen Entwicklung. Viele Menschen leiden unter einer Nahrungsmittel-Allergie – oder besser gesagt, sie glauben es. Denn in 98 Prozent aller Fälle handelt es sich um Unverträglichkeiten.

 

Ob Allergie oder Unverträglichkeit – die Spanne der möglichen Ursachen für Bauchschmerzen und Co. ist breit. Um Klarheit zu schaffen, bedarf es eines Fachmanns und genauer Beobachtung - besonders bei Verdacht auf eine Allergie, aus der sich zum Beispiel chronisches Asthma entwickeln kann.

 

 

Ausnahme Alkohol-Allergie

 

Nun soll es aber Typen geben, die auf Alkohol allergisch reagieren. Da drängt sich uns natürlich die Frage auf: Gibt es eine Alkohol-Allergie?

 

Früher waren fast alle Experten davon überzeugt, dass es eine derartige Allergie nicht gibt. Da es aber in der Tat Menschen gibt, bei denen schon relativ kleine Mengen Alkohol starke und oft anhaltende Probleme bewirken, gibt es diese Allergie wohl doch – äußerst selten zwar, aber immerhin. Und zwar bei Personen, deren Körper den Alkohol nicht normal „entsorgen“ kann. Für diese ist Alkohol im wahrsten Sinne des Wortes pures Gift.

 

Meistens aber ist es aber keine echte Allergie, sondern eine Alkoholunverträglichkeit, welche die unangenehmen Folgen nach dem Genuss auslöst. Wenn der Körper den giftigen Stoff, der bei den meisten Menschen nur für einen „gesunden Kater“ sorgt, nicht schnell genug abbauen kann, kommt es zu starker Übelkeit und migräneähnlichen Kopfschmerzen, Herzrasen und asthmatischen Beschwerden.

 

 

Besser ohne Alkohol

 

Weshalb sich bei dem einem Menschen, der ein bestimmtes alkoholisches Getränk zu sich nimmt, eine abnorme Reaktion einstellt und bei tausend anderen nicht, weiß niemand. Die Ursache hierfür ist bis heute nicht bekannt. Genetische Veranlagungen könnten eine Rolle spielen.

 

Bekannt ist aber, dass Pflaumen-Schnaps sowohl berauschend als auch Gift für viele ist und dass Pflaumen es normalerweise nicht sind. Menschen, bei denen das eine oder andere negative Reaktionen auslöst, lassen also besser die Finger davon.

 

Wer also von Pflaumen Durchfall bekommt, sollte seinem Wohlbefinden zuliebe besser auf deren Verzehr von verzichten. Auch ohne Pflaumen lässt sich gut leben. Wer – aus welchem Grund auch immer – Alkohol nicht oder nicht mehr vertragen kann, sollte besser darauf verzichten. Ohne Alkohol lässt sich auch gut leben – nicht nur bei Pollenflug.

 

Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.