Neue Anti-Alkohol-Pille

Pille statt Schnaps

 

 

 

Pille statt Schnaps! Ab Herbst 2013 soll es auch in Deutschland ein Medikament geben, das selbst hoffnungslosen Alkoholikern helfen kann, den gefährlichen Alkoholkonsum auf ein gesundes Maß zu reduzieren.

 

 

Das neue Mittel zur Reduktion des Alkoholkonsums wurde jetzt von der EU-Kommission zugelassen und ist damit laut Hersteller das erste Präparat auf dem europäischen Markt, mit dem eine Abhängigkeit durch Verringerung des Alkoholkonsums behandelt werden kann.

 

Das von dem dänischen Pharmakonzern Lundbeck unter dem Namen „Selincro“ vertriebene Präparat enthält Nalmefene - eine Substanz, die bereits seit den 1970er Jahren bekannt und deren Wirksamkeit inzwischen in verschiedenen Studien nachgewiesen worden ist.

 

Nalmefene kann das Wohlgefühl, das der Genuss von Alkohol auslöst, unterdrücken und das Verlangen nach Alkohol mindern. Alkoholkranke sollen jeweils ein bis zwei Stunden vor für Sie gefährlichen Situationen eine Tablette einnehmen und damit die Lust auf Alkohol überwinden.

 

Die Anti-Alkohol-Pille soll nach Herstellerangaben in Verbindung mit einer psychosozialen Therapie verschrieben und nur bei Bedarf eingenommen werden werden. Ziel der Therapie ist es, den Alkoholkonsum zu verringern –besonders und vor allem an Tagen und zu Gelegenheiten, bei denen Betroffene gewohnheitsmäßig besonders viel trinken.

 

Kann eine Pille wirklich helfen, den Alkoholkonsum zu reduzieren? „Ja, aber in jedem Fall nur in Verbindung mit Hilfe einer Therapie, welche die Motivation zur Veränderung des Trinkverhaltens unterstützt und fördert“, sagt Fachautor und Alkohol-Coach Rolf von Berg. „Diese Hilfe finden Betroffenen und Angehörige unter anderem in den alternativen Alkohol-Kursen und IFPL- Seminaren und auch in meinen praktischen Alkohol-Ratgebern.“

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.