Abstinenz schreckt ab

Alkohol-Therapie: Abstinenz schreckt ab

 

Trinken ist in! Jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr. Mehr als einer von fünf Männern und jede zehnte Frau in Deutschland betrinken sich mindestens einmal im Monat. So weit, so gut! Oder auch nicht. Was passiert, wenn Alkohol zum Problem wird? Hilft dann nur noch Abstinenz?

 

„Wir gehen von der Erfahrung aus, dass bei der überwiegenden Mehrzahl aller Menschen, die ein Alkoholproblem haben, der Wunsch zu einer Veränderung besteht, dass aber ein rigoroses Alkoholverbot eher abschreckend als förderlich für eine Entscheidung zu dieser Änderung ist“, sagt Alkohol-Coach Rolf von Berg.
 
Über zehn Millionen Menschen in Deutschland haben nach offiziellen Schätzungen ernsthafte Alkoholprobleme – darunter rund drei Millionen abhängige Alkoholkranke und sieben Millionen beratungs- oder behandlungsbedürftige Trinker. Zehntausende sterben jedes Jahr an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Alkoholismus ist nach wie vor das Suchtproblem Nummer Eins in Deutschland.

Bei Vorbeugung und Prävention gibt es zahlreiche Ansätze, Projekte und Programme. Bei Behandlung und Therapie der Alkoholkrankheit leider nicht. Hier konzentrieren sich fast alle Angebote nur auf das Problem Alkohol und propagieren ausschließlich Abstinenz als Ziel und einzige Lösung.

Den Alkohol einfach aus dem Körper wegzulassen verhindert zwar alkoholbedingte Organschädigungen, befreit einen Menschen aber nicht von der Ursache der Sucht. Aus diesem Grund bietet das Institut für praktische Lebenshilfe (IFPL) ein pragmatisches und lösungsorientiertes Programm an, das den Ursachen auf den Grund geht und eine Verbesserung der Lebensqualität zum Ziel hat.

„In Inhalt, Zielsetzung und Methoden setzen wir darauf, neue Erkenntnisse und praktische Anleitungen für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln, die den Alkohol als Problemlöser überflüssig machen“, so IFPL-Coach Rolf von Berg. „Wir wissen aus Erfahrung, dass kein Mensch durch bloße Abstinenz sein Verhalten ändert. Aber dass jeder sein Trinkverhalten ändern kann, wenn er es bewusst will. Und dass die meisten Betroffenen ohne den Zwang oder die Angst, nie wieder einen Tropfen anrühren zu dürfen, eher dazu bereit sind.“

 

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.