Banker im Alkoholrausch

Es trinkt der Mensch...

 

„Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd. Heute ist es umgekehrt.“ Auch in der Welt der Banker scheint nichts mehr so zu sein, wie es früher war. Die Geldmanager zählen heute nicht nur zu den meist gehassten Berufsgruppen, sondern auch zu den auffälligsten, wenn es um Alkohol- und Drogen geht.

Der Griff zur Flasche hat seine Ursache oft am Arbeitsplatz. Längere Arbeitszeiten führen zu höherem Alkoholkonsum. Das zeigen neueste Studien. Nicht ganz so neu ist die Erkenntnis, dass die Droge Alkohol überall in unserer Gesellschaft eine große Rolle spielt – auch und gerade in der Finanzbranche und vor allem im Investmentbanking.


Wer viel arbeitet, trinkt viel


Die Liste der Gründe, warum Alkohol ein ständiger Begleiter vieler Banker ist, ist lang. Stress und Druck, Adrenalin und Frust lassen sie zur Pulle greifen. Hinzu kommen Ängste vor dem Versagen und Befürchtungen um den Verlust des Arbeitsplatzes. Und jetzt hat die Studie eines internationales Forscherteams herausgefunden, dass auch die Arbeitszeit einen Einfluss auf den Alkoholkonsum hat. Wer mehr arbeitet, trinkt mehr Alkohol.

 

Menschen mit einem wöchentlichen Arbeitspensum von mehr als 48 Stunden tendieren dazu, ein gesundheitsschädliches Trinkverhalten an den Tag zu legen, heißt es zu den Studienergebnissen im „British Medical Journal“. Und das unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, sozialem Umfeld und Job.

 

Der erhöhte Alkoholkonsum unter den Vielarbeitern betrifft also nicht nur Banker und Manager. Immer mehr Menschen scheinen in der modernen Arbeitswelt immer häufiger zur Flasche zu greifen, um Druck und Ängste zu bekämpfen. „Wer arbeitet und trinkt wie ein Pferd, lebt gefährlich“, weiß Alkohol-Coach Rolf von Berg. „Der Griff zur Flasche ist keine Lösung für Probleme am Arbeitsplatz“.

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.