Palcohol: Alkohol in Pulverform

Palcohol: Alkohol in Pulverform

Endlich ist es so weit: „Palcohol“ kommt. Damit soll sich Wasser in erfrischende Drinks verwandeln lassen. Aber nicht Jesus lässt grüßen, sondern ein Amerikaner namens Mark Philipps. Sein neues Alkoholpulver soll nicht nur Hochzeitsgesellschaften beglücken, sonder vor allem Sport- und Naturfreunde sowie auch Fluggesellschaften.

Tüte auf, Wasser drauf, fertig! Die zuständigen US-Behörden haben jetzt endgültig den Verkauf des Alkohol in Pulverform der Firma Lipsmark freigegeben.Noch diesen Sommer sollen die ersten Tüten auf den Markt kommen. Doch was ist Palcohol? Und bringt es ein ganz neues Trink-Erlebnis?

 

Pulver-Alk aus der Tüte

 

„Palcohol“ wird laut Hersteller aus Wodka beziehungsweise Rum gewonnen. Weitere Zutaten für das Pülverchen sind nicht bekannt.Es soll zum Selber-Mixen in kleinen Tüten verkauft werden. Und für alle, die nicht auf ihre eigenen Mixkünste bauen, werden fertige Cocktail-Geschmacksrichtungen angeboten - zum Beispiel Cosmopolitan oder Powderita (wie Margarita).

 

Laut Hersteller ist „Palcohol“ einfach nur gefriergetrockneter Alkohol. Doch wie das Gefriertrocknen hier geschieht, verrät der Hersteller nicht. Da reiner Alkohol erst unterhalb von minus 114 Grad Celsius zu einer festen Form erstarrt, muss zur Herstellung des Pulvers ein Trick angewendet werden. Das Ethanol muss in andere Stoffe wie zum Beispiel Kieselsäure verpackt werden. Wahrscheinlich wird aber auch in diesem Fall der Alkohol in das Zuckerderivat Cyclodextrin eingeschlossen – ein Verfahren, das es schon seit über 40 Jahren gibt.

 

Alter Trick – neu verpackt

 

Der Trick ist also nicht neu. Schon 1974 wurde in den USA pulverförmiger Alkohol hergestellt. Entsprechende Produkte sind in Japan seit den 1980ern erhältlich. In Deutschland gab es im Jahr 2004 eine Menge Trubel um eine Firma namens Subyou, die mit Alkoholpulver den ganz großen Wurf plante. Doch die damit gemixten Drinks schmeckten eher wie „aromatisierte Putzmittel“ und die Firma gibt es nicht mehr.

 

Jetzt möchte Weinkenner und Outdoor-Sportler Mark Phillips sein Pulver an Leute verkaufen, die sich häufig in der Natur bewegen. „Bei vielen Aktivitäten in der Natur ist es unpassend, andere Flüssigkeiten als Wasser mitzutragen“, heißt es auf seiner Homepage. Palcohol mache aus dem Wasser einfach nur ein „erfrischendes Erwachsenengetränk“. Das Produkt richte sich aber auch an Unternehmen. „Fluggesellschaften können mit Palcohol Millionen an Transportkosten einsparen“, verkündet er in einem Video.

 

Pulverisierte Träume

 

Ob Lufthansa & Co ihren Gästen in Zukunft einen Cosmopolitan zum Aufgießen, einen Instant-Mojito oder eine fertige Powderita anbieten, darf allerdings bezweifelt werden. Und auch, dass sich ein Tütchen Hochprozentigen besonders für Sportler und Naturfreunde eignet. Wer im Übrigen mit Promillezeichen in den Augen davon träumt, sich damit bald ein völlig neues Alkohol-Erlebnis zu verschaffen, dürfte auch Pech haben: Der Konsum von Pulver-Alk ist nur eine andere Art, je nach Dosierung schneller oder langsamer betrunken zu werden.

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.