Mr. Hyde und andere Typen

 Die Welt ist voller Trinker. Darunter gibt es stille und randalierende Trinker, Säufer und Alkoholiker, die nie wirklich betrunken sind. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass es vier Arten von Betrunkenen gibt -  darunter friedliche Mary Poppins-Typen, aber auch  wahre Monster. WOWW!

 

 

So unterschiedlich das Trinkverhalten ist, so unterschiedlich die Folgen des Trinkens sind, so unterschiedlich verändert auch der Alkohol den Charakter. Dieser nicht ganz neuen Tatsache sind jetzt Forscher der Universität von Missouri-Columbia nachgegangen. Das Ergebnis ihrer neusten Alkohol- Studie: Betrunkene lassen sich, wie folgt, in vier Klassen einordnen.

 

Der Hemingway-Typ

 

Da ist zuerst einmal der Hemingway-Trinker – benannt nach dem bekannten amerikanischen Schriftsteller, der einst von sich selber sagte, er könne den gesamten Whiskey-Vorrat der Hölle austrinken, ohne betrunken zu werden. Trinker dieses Typs meinen sogar, im alkoholisierten Zustand besser organisiert zu sein und abstrakte Gedanken schneller nachvollziehen zu können. Die meisten Menschen, die gerne mal zu tief ins Glas schauen, gehören dieser Spezies an – zumindest glauben sie das.

 

Der Mary Poppins-Typ

 

Der Mary Poppins-Trinker behält sein angenehmes Wesen auch durch ein paar Gläser Wein zu viel bei und wird auch nicht gleich zum rücksichtslosen Vollidioten. Im Gegenteil: Trinker dieses Typs werden, wenn sie betrunken sind, schlagartig einfühlsam, freundlich und kooperativ. Sie verhalten sich im Suff lediglich etwas extrovertierter, machen gerne ein paar Selfies oder stehe der Freundin bei, wenn diese über der Kloschüssel hängt. Leider machen sie aber nur 15 Prozent aller – vorwiegend weiblichen – Betrunkenen aus.

 

Der Verrückte Professor-Typ

 

Diese Trinker-Gattung erlebt durch den Alkohol eine regelrechte Transformation. Nüchtern ist dieser Typ schüchtern. Hat er sich Mut angetrunken wird er zum Tier. Schamgrenzen fallen und selbst den verrückten Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Dramatische Szenen nicht ausgeschlossen. Vorwiegend Männer lassen sich dieser Spezies von Rausch-Trinkern zuordnen, der insgesamt etwa 20 Prozent der Menschen angehören.

 

Der Mr. Hyde-Typ

 

Diese Trinker-Typ wird unter Alkoholeinfluss zu einem wahren Monster. Je betrunkener er wird, desto feindseliger wird seine Stimmung, um so gemeiner und aggressiver wird sein Verhalten. Verantwortungsbewusstsein und auch Intellekt scheinen sich unter Alkoholeinfluss völlig aufzulösen Black-outs gehören zum Programm. Oft auch nur als eine Ausrede, um behaupten zu können, am nächsten Morgen von nichts mehr zu wissen. Denn im nüchternen Zustand kann dieser Typ Mensch durchaus liebenswert sein. Etwa 23 Prozent verwandeln sich von Dr. Jekyll in Mr. Hyde - darunter zwei Drittel Frauen.

 

Alkohol wirkt – und wie

 

Die Erfahrung, dass Alkohol Menschen verändern kann, ist nicht neu. Jeder von uns, der schon einmal mehr als nur ein Glas getrunken hat, kennt das:  Bei den ersten Gläsern spüren wir seine „befreiende“, nach weiteren seine „hemmende“ Wirkung“. Es folgen schnell die ersten körperlichen Reaktionen. Die Feinmotorik wird gestört, das Reaktionsvermögen nimmt ab – wir hören, sehen und schmecken weniger. Doch was soll der Geiz? Nach dem zehnten Glas machen wir uns allemal keine Gedanken mehr darüber, was wir trinken.

 

Mit zunehmendem Alkoholgehalt im Blut geht nicht nur der Geschmack flöten, sondern auch die Wahrnehmung des eigenen Verhaltens zurück und die Selbstkritik zum Teufel. Wir überschätzen uns leicht und fühlen uns aufgedreht. (So kommt es auch dazu, dass viele glauben, besoffen wie die Weltmeister Autofahren zu können.)

Trinken wir mehr, nimmt die Selbstkritik weiter ab. Wir finden alles super! Meistens ist aber das Gegenteil der Fall. Denn wir sind schon ziemlich daneben und reden ziemlich dummes Zeug.

 

Wir bekommen eine glühend rote Birne, die Pupillen werden größer und es fällt uns zunehmend schwerer, klar zu artikulieren. Wir rennen oder stolpern immer öfter aufs Klo und pinkeln auch schon mal mit Anstand am Becken vorbei. Wenn wir so richtig voll sind, haben wir große Mühe uns auf den Beinen zu halten, verlieren total die Orientierung und wissen am nächsten Tag nicht mehr, was wir am Vorabend und in der Nacht gemacht haben.

Nach einem kurzen und unruhigen Schlaf erwartet uns beim Erwachen im günstigsten Fall ein ausgewachsener Kater mit Sodbrennen, Brechreiz und trockenen Mund. Im Kopf wütet der Presslufthammer und im Magen üben kleine Mohikaner Kriegstanz.

 

Fazit

 

Wer alkoholisiert ist, erkennt sich manchmal selbst nicht wieder. Und auf Dauer kann man sich selbst nur blöde trinken. Denn Alkohol wirkt zwar auf jeden anders, für alle aber gilt: Je mehr Promille wir im Blut haben, desto mehr zeigt der Alkohol seine negativen Seiten.

 

„Alkohol ist ein starkes Zellgift, das alle Organsysteme des Körpers schädigt und das Gehirn angreift. Der wichtigste Angriffspunkt ist das zentrale Nervensystem. Dort kommt es je nach Alkoholdosis zu verschiedenen Wirkungen, die jeder von uns kennt“, so Alkohol-Coach Rolf von Berg. „ Generell gilt: Je höher Dosis, desto schneller steigt die Bereitschaft Dinge zu tun, die wir nüchtern bleiben ließen. Letztlich ist es aber keine Frage des Charakters, sondern der inneren Einstellung, wie wir mit der Droge Alkohol umgehen.“

 

 

Es ist einfacher, ein Problem zu lösen, als mit ihm zu leben.